Multiple Sklerose Gesellschaft Niederösterreich

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Informationsveranstaltungen

17. November 2007, WIFI St. Pölten
Als erstes wurde die Fatigue, das Symptom der vermehrten Ermüdbarkeit und eines Mangels an Energie, besprochen. Bis zu 90% der Patienten haben Fatigue im Krankheitsverlauf erlebt, etwa 40 % der MS – Patienten leiden häufig an dieser körperlichen Erschöpfung und Konzentrationsschwäche. Mangels objektiver Kriterien besteht im Alltag wenig Akzeptanz. Von Fr. PT Hochedlinger – Hytha wurden beispielhafte Filme demonstriert. Sinnvoll ist die individuelle Abstimmung der Bewegungsprogramme wie sie von den Physiotherapeuten zusammengestellt werden. Methoden, welche Energieflüsse im Körper aktivieren (Shiatsu, QiGong, Feldenkrais, etc.) wurden kurz besprochen.

Über Möglichkeiten zur Verbesserung von Gedächtnis – und Konzentration referierte im nächsten Vortrag Fr. Mag. Dr. Tesar – Pelz. Die verschiedenen kognitiven Beeinträchtigungen wurden beschrieben und Trainingsprogramme vorgestellt, die für jüngere Patienten oder leichte bis mittelgradige kognitive Störungen geeignet sind (vor allem PC – Programme). Es wurden auch Möglichkeiten präsentiert, die für ältere Patienten oder mittelgradige bis schwerere kognitive Störungen passen. Zusätzlich wurden Kompensationsstrategien für den Alltag aufgezeigt.

Prim. Dr. Baumhackl berichtete über die Bedeutung von Infektionen für das Auftreten von Erkrankungsschüben. Akute neue neurologische Ausfälle bzw. eine Verschlechterung vorbestehender Symptome werden als Schub bezeichnet, soferne sie mindestens 24 Stunden anhalten. Die Abgrenzung von einem „Pseudoschub“ (d. i. eine Verschlechterung im Zusammenhang mit Fieber oder erhöhter Körpertemperatur durch Hitze, ein heißes Bad etc.) ist für die Therapie wesentlich. Die Bedeutung, eine medikamentöse Schubprophylaxe durchzuführen (mit Avonex, Betaferon, Rebif, Copaxone, Tysabri) wurde herausgestrichen.
Einem Schub geht häufig eine Virusinfektion voraus, welche zu einer allgemeinen Aktivierung der Immunantwort im Körper führt. Dadurch werden „als Nebeneffekt“ autoimmune Reaktionen verstärkt. Indikationsimpfungen sind bei MS – Patienten sinnvoll und erlaubt. Es wird eine schützende Immunität aufgebaut. Es besteht zwischen Infektionen und Impfungen grundsätzliche Verschiedenheit. Nach einer Virusinfektion kann es zu einer verstärkten Immunreaktion kommen, im Anschluss an eine Impfung (z.B. gegen Influenza) wurden aber keine vermehrten autoreaktiven Immunzellen im Blut nachgewiesen.
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